Von Emirhan Solmaz · 6. September 2026
Dresden gehört zu den Städten, die es Familien beim Bildungspaket vergleichsweise leicht machen. Der Antrag geht online, es gibt eine feste Ansprechstelle, und die Lernförderung wird auch in den Ferien bezahlt.
Trotzdem bleibt viel Geld liegen, weil Eltern nicht wissen, dass Nachhilfe dazugehört.
Lernförderung ist keine Ermessensleistung des guten Willens, sondern ein Anspruch nach § 28 Absatz 5 des Zweiten Sozialgesetzbuchs. Sie steht Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 25 Jahre zu, wenn die Familie eine dieser Leistungen bezieht:
Wichtig ist eine Änderung, die vielen Familien bis heute nicht bekannt ist. Bis 2019 wurde Nachhilfe nur bezahlt, wenn die Versetzung in Gefahr war. Das Starke-Familien-Gesetz hat diese Hürde gestrichen. Seitdem genügt es, dass ein wesentliches Lernziel gefährdet ist, etwa eine ausreichende Note in einem Hauptfach oder der angestrebte Abschluss. Manche Merkblätter klingen noch nach der alten Regel. Lassen Sie sich davon nicht abschrecken.
Zuständig ist das Sozialamt der Landeshauptstadt Dresden, Abteilung Wohngeld, Bildung und Teilhabe, Dresden-Pass.
Die Lernförderung müssen Sie gesondert und im Voraus beantragen, sie ist nicht automatisch Teil des allgemeinen Antrags. Dafür gibt es ein eigenes Formular, dazu die Bestätigung der Lehrkraft, dass außerschulische Förderung nötig ist.
Ein Punkt, den viele übersehen: Dresden bewilligt Lernförderung ausdrücklich auch für die Schulferien. Gerade nach einem schwachen Halbjahreszeugnis sind die Ferien oft der einzige Zeitraum, in dem sich eine Lücke wirklich schließen lässt, ohne dass gleichzeitig neuer Stoff dazukommt.
Sachsen schneidet bei Vergleichsstudien regelmäßig gut ab, und das hat eine Kehrseite: Das Niveau ist hoch, und wer den Anschluss verliert, verliert ihn schneller als anderswo.
Nach der vierten Klasse entscheidet die Bildungsempfehlung über den Weg auf Oberschule oder Gymnasium. An der Oberschule laufen Haupt- und Realschulbildungsgang zusammen, und der Wechsel zwischen den Anforderungsniveaus ist ein Einschnitt, den viele Familien unterschätzen. Auch er ist ein wesentliches Lernziel, das eine Förderung rechtfertigt.
In den Abschlussjahrgängen sind es die zentralen Prüfungen, die den Takt vorgeben. Wer dort vier Monate vorher anfängt, arbeitet ruhig. Wer vier Wochen vorher anfängt, arbeitet unter Druck.
Bewilligt wird eine bestimmte Zahl von Stunden, nicht eine bestimmte Adresse. Ob Ihr Kind zu einem Institut fährt oder sich zu Hause an den eigenen Schreibtisch setzt, ist Ihre Entscheidung.
Für Familien, die auf Bildung und Teilhabe angewiesen sind, spricht einiges für den Unterricht am Bildschirm. Es entstehen keine Fahrtkosten und keine Fahrzeit, und die Zeit fällt genau dann an, wenn sie in den Familienalltag passt, auch abends. Ihr Kind arbeitet in der gewohnten Umgebung mit den eigenen Unterlagen. Und Sie sind nicht auf die zwei oder drei Anbieter in Ihrem Stadtteil angewiesen, sondern bekommen eine Lehrkraft, die genau Ihr Fach und Ihre Schulform kennt.
Wir unterrichten grundsätzlich einzeln, nicht in Gruppen. Bei bewilligten Stunden zählt jede einzelne, und in einer Vierergruppe kommt bei einem Kind, das gerade den Anschluss verloren hat, wenig davon an.
Zuerst ein kostenloses Gespräch von etwa zwanzig Minuten. Wir schauen uns an, wo es hakt, in welchem Fach und seit wann, und sagen Ihnen ehrlich, ob Nachhilfe das richtige Mittel ist. Danach bekommen Sie von uns die Bestätigung, die das Amt vom Anbieter verlangt, mit Fächern, Stundenzahl und Preis. Sobald die Bewilligung da ist, legen wir einen festen wöchentlichen Termin fest.
Wenn Sie unsicher sind, ob Ihnen die Leistung zusteht, schreiben Sie uns kurz. Wir kennen die Formulare und sagen Ihnen, was Sie brauchen. Das kostet Sie nichts.
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